Rollstuhllift

Der Treppenlift für RollstuhlfahrerInnen

Treppen und Rollstühle: Was erst einmal nicht zusammenpasst und nach einem schier unüberwindbaren Hindernis klingt, lässt sich mehr oder weniger einfach aus der Welt schaffen. Wo kein Aufzug vorhanden ist und eine Rollstuhlrampe nicht mehr ausreicht, lösen sogenannte Rollstuhllifte das Problem. Lernen Sie die Varianten kennen, erfahren Sie alles rund um die Einbauvoraussetzungen und fordern Sie Ihr unverbindliches Vergleichsangebot von bis zu drei lokalen Fachfirmen an.

Was ist ein Rollstuhllift?

DEN Rollstuhllift gibt es nicht. Vielmehr handelt es sich um einen Oberbegriff für zwei verschiedene Treppenlift-Bauformen:

  • den Hublift
  • den Plattformlift

Der Unterschied: Während der Hublift senkrecht auf und ab fährt und daher parallel zur Treppe montiert wird, benötigt der Plattformlift ein klassisches Führungsschienensystem wie man es auch vom Sitzlift oder anderen “Treppenschrägaufzügen” kennt.

Rollstuhl Ratgeber (1)

Der Plattformlift

Plattformlifte besitzen eine Tragfähigkeit von bis zu 300 kg und können gleichermaßen an kurvigen (Kurventreppen) als auch an geraden Treppen montiert werden. Der Einbau über mehrere Etagen ist kein Problem. Die Preise beginnen bei 9.000 Euro für fabrikneue Modelle bekannter Hersteller wie Lifta, Hiro, Sanimed oder TKE (ThyssenKrupp). Gebrauchte Plattformlifte erhalten Sie schon ab rund 6.300 Euro.

Damit der Einbau eines Plattformlifts machbar ist, sollte die Treppe mindestens 90 cm breit sein. Bei kurvigen Treppen werden 100 cm Mindestbreite empfohlen

Plattformmaße (Beispiel)

Länge Breite 
75 cm 68 cm
84 cm 68 cm
100 cm 80 cm

Der Hublift

Anders als Plattformlifte kommen Hublifte komplett ohne Schienensystem aus. Das Funktionsprinzip ähnelt stattdessen dem einer Hebebühne. Teilweise wird der Hublift deshalb auch als Rollstuhl-Hebebühne bezeichnet. Die Tragfähigkeit ist noch etwas höher als beim Plattformlift. Bis zu 350 kg sind je nach Modell und Hersteller möglich. Die Preise sind abhängig von der Hubhöhe und starten neu bei etwa 5.500 €. Für hochwertige gebrauchte Hublifte vom Händler zahlt man mindestens 3.900 €.

✓ schräge und senkrechte Rollstuhllifte ✓ Lösungen für schmale und steile Treppen ✓ Lifte für innen und außen ✓ Kurvenlifte und Lifte für gerade Treppen ✓ Ergänzung oder Alternative zu Aufzügen und Rollstuhlrampen

Preise, Zuschüsse und Fördermittel

Die Preise erschrecken Sie auf den ersten Blick? Keine Sorge: Es gibt verschiedene Stellen, die den Kauf und Einbau eines Rollstuhllifts bezuschussen. So beteiligt sich die Pflegeversicherung schon ab Pflegegrad 1 mit bis zu 4.000 Euro pro Person an einer barrierefreien Wohnraumanpassung. Wurde das Budget bereits anderweitig verwendet, könnten der KfW-Zuschuss von bis zu 6.250 Euro sowie zinsgünstige Förderkredite / -darlehen die Lösung sein. Der Eigenanteil kann zudem in bequemen Raten beglichen sowie steuerlich geltend gemacht werden.

Wichtig: Bei sämtlichen Anträgen, vor allem beim Pflegekassenzuschuss, müssen Sie einen Kostenvoranschlag mit einreichen.

Auf einen Blick:

  • bis zu 4.000 € Pflegekassenzuschuss pro Person
  • maximal 16.000 € pro Haushalt
  • bis zu 6.250 € von der KfW
  • regionale Fördermittel 
  • Förderung für Arbeitgeber durch Agentur für Arbeit und Integrationsamt
Einsatzbereich / Ausführung Hublift neu Plattformlift neu Hublift gebraucht Plattformlift gebraucht
gerade innen - ab 9.000 € - ab 6.300 €
gerade außen - ab 10.500 € - ab 7.200 €
kurvig innen oder mehrere Etagen - ab 15.500 € - ab 7.400 €
kurvig außen oder mehrere Etagen - ab 17.000 € - ab 7.900 €
bis 1,8 m Hubhöhe ab 5.500 € - ab 3.900 € -
ab 1,8 m Hubhöhe ab 17.000 € - ab 9.700 € -

Die Einbau-Voraussetzungen im Überblick

Grundlegend ist der Rollstuhllift-Einbau fast immer möglich. Das gilt für den privaten Wohnraum als auch für gemeinschaftlich genutzte Bereiche in Mehrfamilienhäusern.

Wie bereits weiter oben erwähnt reichen bereits 90 bzw. 100 cm Treppenbreite aus. Doch die rein technische Machbarkeit ist nur eine Seite der Medaille.

Vor allem in Miets- und Mehrfamilienhäusern (Häuser mit mehr als zwei Wohneinheiten oder über 400 qm Gesamtwohnfläche) sowie in öffentlichen Gebäuden sind die Anforderungen relativ streng, da sich diese nach der jeweils gültigen Landesbauordnung (LBO) richten. Basis ist für gewöhnlich die DIN 18065.

Rollstuhllift im Mehrfamilienhaus?

MieterInnen haben ein Recht auf barrierefreien Zugang zum Wohnraum. Der Einbau eines Rollstuhllifts oder einer äquivalenten Mobilitätshilfe hat stets Vorrang vor dem Interesse der Eigentümer, das Erscheinungsbild der Immobilie nicht zu verändern. Für die Kosten muss jedoch die Mietpartei aufkommen. Beim prophylaktischen Einbau zur Steigerung des Immobilienwertes hat die gesamte Eigentümergemeinschaft der baulichen Veränderung zuzustimmen.

Hürde 1: Mindestlaufbreite

Die Mindestlaufbreite (auch: “nutzbare Treppenlaufbreite”) ist die Breite, die trotz Treppenlift und Schienensystem nicht dauerhaft unterschritten werden darf. Diese kann eingehalten werden, wenn der Treppenlift bei Nichtbenutzung in eine platzsparenden Parkposition gebracht wird. Planen Sie hierzu auch an geraden Treppen eine kleine Kurve am Treppenaufgang ein und greifen Sie auf ein Modell mit klappbarer Plattform zurück.

Hürde 2: Restlaufbreite

Unter der “Restlaufbreite” versteht man jene Breite, die noch genutzt werden kann, wenn der Rollstuhllift ohne Passagier und hochgeklappt die Treppe auf und ab fährt. Diese wird mit 60 cm angegeben.

Treppenart Mindestlaufbreite (Einfamilienhaus) Nutzbare Laufbreite (Mehrfamilienhaus) Restlaufbreite
Erforderliche Treppe min. 80 cm min. 100 cm min. 60 cm
Nicht erforderliche (zusätzliche) Treppe min. 50 cm min. 50 cm -

Gebrauchte Rollstuhllifte bis zu 50 % günstiger

Sparen ist Ihre gutes Recht. Bei gebrauchten Rollstuhlliften ist dies teilweise möglich. Vor allem bei Hubliften könnten Sie mit einem gebrauchten Modell ein Schnäppchen machen. Beim Plattformlift sind oft nur Modelle für gerade und sehr kurze Treppen deutlich günstiger als fabrikneue Lifte. Das liegt daran, dass bei sehr langen und kurvigen Treppen sowie dem Einbau über mehrere Etagen Schienen stets maßgefertigt werden müssen. Bei Privatangeboten im Internet sind Schienen oft erst gar nicht mit dabei. Fertigung und Montage müssen Sie also extra einkalkulieren. Lassen Sie sich im Zweifel von einem Fachhändler beraten. Dieser wird Ihnen ein Angebot inklusive Schienen und Montage machen und Sie bei der Finanzierung unterstützen. Auch zur Gewährleistung sind nur Händler verpflichtet.

Treppenlift mieten?

Die Miete lohnt sich trotz niedriger Mietraten nur bei temporären Einschränkungen der Mobilität (maximal 36 Monate). Grund ist auch hier die Einmalzahlung für Schienen, Einbau, Wartung und Ausbau am Ende der Laufzeit.

Alternativen zum Treppenlift: ein Überblick

Nicht immer in ein Treppenlift notwendig oder sinnvoll: Wer eine mobile Lösung benötigt, ist mit einer Treppenraupe gut bedient. Vermieter oder Investoren, die gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen wollen, setzen in der Regel auf Personenaufzüge. Vor allem Außenlifte lassen sich relativ einfach nachrüsten. Für das Auto oder Transporter eignen sich Rampen und Schienen.

Treppenraupe

Die Treppenraupe (auch: Treppensteiger) ist ein anerkanntes Pflegehilfsmittel. Damit bezuschusst die Pflegeversicherung diese Treppensteighilfe für RollstuhlfahrerInnen. Die kosten liegen zwischen 1.000 Euro und 5.000 Euro.

Aufzug

Der Aufzug bedarf eigentlich keiner großen Erklärung. Es sei lediglich erwähnt, dass man zwischen Modellen für innen und solchen für außen unterscheidet. Außenlifte (mit oder ohne Schacht) sind deutlich einfacher nachzurüsten als Innenlifte.

Rollstuhlrampe

Die Rollstuhlrampe ist bei geringen Höhenunterschieden das Mittel der Wahl. Für längere und steile Treppen ist die Rampe wegen der maximalen Steigung von 6 % im öffentlichen Bereich und im Mietwohnungsbau (DIN 18040-1/2) nicht geeignet.

Rollstuhlschienen

Rollstuhlschienen funktionieren ähnlich wie eine Rampe und finden vor allem im Auto oder anderen Kraftfahrzeugen Anwendung. Die Schienen können ausgeklappt werden und ermöglichen das Auffahren des Rollstuhls - z. B. auf eine "Ladefläche" oder eben auf eine andere Etage.

FAQ - Häufige Fragen rund um Rollstuhl- und andere Treppenlifte

Die Treppenlift-Preise hängen stark vom Aufwand des Einbaus ab. An sehr langen und kurvigen Treppen gilt: Die Führungsschienen (bei Rollstuhlliften meist ein tragfähiges Doppelrohr-/Zweischienensystem) sind eine Maßanfertigung - die Kosten entsprechend hoch. Einfache Schienen erhält man schon ab 2.500 Euro, der Einbau schlägt mindestens mit 400 Euro zu Buche. In der Summe kostet ein Rollstuhllift mit Schienen daher (neu) ab 9.000 Euro inkl. Montage. Modelle für Außentreppen sind etwas teurer. 

Eine ganz normale Treppe ist zwischen 20 und 45° steil. Spezielle Treppenlifte schaffen aber bis zu 75° Steigung. Der Einbau ist deshalb auch an sehr steilen Treppen möglich. Die Alternative wäre ein Senkrechtlift (Hublift oder Aufzug). 

Die Miete eines Treppenlifts, egal welcher Art, lohnt sich nur bei geringen Laufzeiten bis maximal 36 Monate. Zwar sind die Mietraten ab 49 Euro monatlich recht niedrig, doch die Einmalzahlung in Höhe von bis zu 50 % des Kaufpreises kann in Verbindung mit den Mietraten schnell zum Problem werden. Vor allem kurvige und sehr tragfähige Schienen / Befestigungen sind relativ teuer. 

Nicht direkt. Kostenträger für Treppenlift ist die Pflegeversicherung. Allerdings ist auch hier keine direkte Beteiligung vorgesehen. Dennoch kann der Zuschuss für eine barrierefreie Wohnraumanpassung (wohnumfeldverbessernde Maßnahme) für die Treppenlift-Finanzierung genutzt werden. Diese beträgt bis zu 4.000 Euro pro Person und maximal 16.000 Euro pro Haushalt (z. B. in einer privaten Pflege-WG mit mehreren Pflegebedürftigen). Der Zuschuss wird einmalig gewährt und kann bei verändertem Gesundheitszustand eventuell ein zweites Mal erfolgen. Davon zu finanzieren sind jedoch sämtliche Wohnraumanpassungen, nicht nur der Treppenlift-Kauf bzw. -Einbau.

Nein, Treppenlifte sind leider nicht als Pflegehilfsmittel klassifiziert. Demnach ist eine Kostenübernahme der Kranken-/Pflegekasse auf direktem Wege nicht vorgesehen.

Neben dem Pflegekassenzuschuss für eine Wohnraumanpassung können für Treppenlifte sämtliche Fördermittel verwendet werden, die grundlegend für barrierefreie Um- oder Neubauten bereitstehen. Neben dem KfW-Zuschuss bezuschussen auch viele Bundesländer oder Regionen entsprechende Maßnahmen. Ist der Rollstuhl- und damit der Rollstuhllift-Bedarf eine Unfallfolge, greift ggfs. die Berufsgenossenschaft (bei Berufsunfällen) bzw. die Haftpflichtversicherung des Verursachers (im privaten Bereich). 

Ja, Arbeitgeber, die barrierefreie Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung einrichten, werden unter anderem vom Integrationsamt und der Agentur für Arbeit unterstützt. Auch die Unfallkasse könnte als Kostenträger infrage kommen.

Der verbleibende Eigenanteil nach Abzug aller Zuschüsse und Förderungen kann als außergewöhnliche Belastung oder über den Behindertenpauschbetrag steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung ist, dass der/die Steuerpflichtige auf den Rollstuhllift angewiesen ist. Beim rein prophylaktischen Einbau können nur die Handwerkerkosten / Montagekosten von der Steuer abgesetzt werden. 

Einbaubeispiele von Rollstuhlliften

Barrierefrei leben: wichtige Hilfsmittel

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